LandFrauenverband Sachsen-Anhalt e.V.

Logo des Deutschen LandFrauenverbandes

Frauen AUF DEM LAND: GEMEINSAM ETWAS BEWEGEN

Landwirtschaftliche Berufsorientierung und Beratung zu Einkommensalternativen

EU - Projekt des Landfrauenverbandes 2004-2006


Ausgangssituation 

Sachsen-Anhalt ist überwiegend  ländlich geprägt. Doch der Bezug der Bevölkerung zu diesem ländlichen Raum ist weitgehend verloren gegangen. Selbst die auf dem Land lebende Bevölkerung pendelt zum Arbeiten in die Städte, das Dorfleben in seiner ursprünglichen Art bleibt ihnen verborgen. Hinzu kommt, dass die Medien ein verstärktes Interesse an der Landwirtschaft haben, wenn es negative Informationen zu vermelden gibt. Diese Art der Berichterstattung trägt maßgeblich dazu bei, ein schlechtes Image der Landwirtschaft und ihrer artverwandten Berufe aufzubauen und zu verstärken. Gerade die Jugend lässt sich von dieser Negativpresse leiten und lehnt die so genannten „Grünen Berufe" von vornherein als Ausbildungsmöglichkeit ab. Verbunden mit starken Abwanderungstendenzen junger, motivierter Menschen aus Sachsen-Anhalt erwuchs daraus für diese Branche ein enormes Defizit an potentiellen Auszubildenden.   

Ziele 

Der Landfrauenverband rief daraufhin ein Projekt ins Leben, in dem diesem Problem zu Leibe gerückt werden sollte. Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierungsphase an Sekundarschulen und Gymnasien sollte durch Berufsorientierungsseminare die breite Palette der agrarwirtschaftlichen Berufe näher gebracht werden, um so das enorme Informationsdefizit zu schmälern und mit falschen und veralteten Vorstellungen aufzuräumen. Durch Betriebserkundungen und die Besichtigung von Höfen und Agrarbetrieben im Anschluss an Schulveranstaltungen sollten die Jugendlichen die Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben und auf diese Weise den Arbeitsalltag der  „grünen" Berufe kennen lernen. Zum Zweiten sollten mit diesem Projekt Landfrauen und deren Familien, Direktvermarkter und andere, die mit der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt bestreiten, mittels Weiterbildungsveranstaltungen unterstützt und gefördert werden. Hierzu organisierten die Projektleiterinnen Workshops und Seminare, in denen Fachreferenten dem interessierten Publikum, Hilfen und Wege zur Gestaltung von Einkommensalternativen und Einkommenskombinationen an die Hand gaben und nach allen Kräften berieten.  

Durchführung und Umsetzung  

Gestartet wurde das Projekt im Jahr 2004 und seitdem von zwei jungen Frauen koordiniert und betreut. Frau Meise und Frau Heinl (vormals Peuser) waren an Schulen des gesamten Bundeslandes unterwegs und hielten Berufsorientierungsseminare vorrangig mit Schülerinnen und Schülern von Sekundarschulen der Klassenstufen 8 - 10. In diesen Veranstaltungen informierten sie die jungen Menschen umfassend zu Ausbildungsvoraussetzungen, Ausbildungsinhalten und Weiterbildungsmöglichkeiten in den insgesamt 14 „Grünen Berufen". Im Anschluss konnten sich die Schüler auf agrarwirtschaftlichen Höfen und in Betrieben das zuvor Erfahrene in der Praxis anschauen und einen umfassenderen Einblick in den Arbeitsalltag von Landwirten und anderen Branchen der Agrarwirtschaft gewinnen. Dabei zeigten sich die Schüler von der heutigen Landwirtschaft mit ihrer modernen Technik und der Vielseitigkeit dieser Tätigkeit überrascht. Doch auch die „Schattenseiten", die so ein Beruf mit sich bringt, wurden den Jugendlichen nicht verschwiegen. 

Ein weiterer Bestandteil der Arbeit der Projektmitarbeiterinnen lag in der Organisation von Workshops und Seminaren in denen Fachreferenten interessiertem Publikum Wege zur Steigerung ihres Einkommens, Einkommensalternativen und -kombinationen vermittelten. Diese kostenfreien Workshops zu Themen wie „Direktvermarktung" oder „Hofladen und Hofcafé" standen nicht nur unseren Mitgliedern offen, sondern richteten sich an Interessierte aus dem gesamten Bundesland.    

Ergebnisse 

Die Arbeit der Projektleiterinnen war so erfolgreich, dass die ursprüngliche Projektzeit von 17 Monaten auf 25 Monate ausdehnt werden konnte. Das Angebot, Berufsorientierungsveranstaltungen zu agrarwirtschaftlichen Berufen an Schulen des Landes durchzuführen, wurde von der Lehrerschaft intensiv in Anspruch genommen und durchweg äußerst positiv bewertet. Bei der Schülerschaft kamen diese Berufsorientierungsveranstaltungen ebenfalls gut an. Einzelne Lehrerinnen und Lehrer bekundeten im Anschluss an eine Schulveranstaltung sogar Interesse an einer schulinternen Lehrerfortbildung. Die zwei Projektleiterinnen informierten junge Menschen jedoch nicht nur an Schuleinrichtungen über Ausbildungsberufe in der Land-, Forst- und Hauswirtschaft. Berufsorientierungsmessen, die landesweit initiiert wurden, erfreuten sich ebenso hoher Besucherzahlen und wurden von Jugendlichen und deren Eltern gern genutzt, um Informationen zum Thema Ausbildung in der Agrarwirtschaft zu erhalten. Auch die von den Projektleiterinnen organisierten Seminare und Veranstaltungen, die in den verschiedensten Ecken Sachsen-Anhalts stattfanden, erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden rege wahrgenommen.

Die im Rahmen des Projektes umfangreiche geleistete Presse- und Öffentlichkeitsarbeit trug ebenfalls dazu bei, ein breiteres Publikum auf unsere Verbandsarbeit aufmerksam zu machen und Interesse zu wecken.